Gedanken zum Film

Der Auslöser für WANDERER IM TRAUM DER WELT war meine erneute Auseinandersetzung mit Joseph Campbell (1904–1987), der mich seit vielen Jahren «begleitet». Bei den Dreharbeiten zum vorhergehenden Dok-Film BEING THERE – DA SEIN stellte ich fest, dass der Anlass zu ihrem Engagement bei allen Protagonisten in einer existenziellen Krise lag. Ich begann mich zu fragen, wie Krisen zu Wendepunkten in ihrem Leben wurden und ob Krisen die eigentlichen Auslöser von Transformation und Veränderung sind.

Heute, in einer Zeit, in der sich alles um uns herum so schnell ändert, können sich kaum mehr dauerhafte, unsere Gegenwartsbedürfnisse befriedigende und Halt verleihende Mythen bilden. Interessant ist jedoch, dass das Publikum diese Mythen in den Kinos sucht. Da sind sie in immer wieder neuer Verpackung zu finden und fesseln die Zuschauer. In WANDERER IM TRAUM DER WELT geht es um individuelle Mythen, um konkrete Lebensgeschichten von vier Menschen. Im Miterleben dieser Geschichten stellen sich universelle Fragen, die weit über das subjektive Erleben hinaus gehen:

Wie können Krisen zum Anlass werden zur persönlichen Entwicklung?

Welche Mythen können uns inspirieren, die Herausforderungen unserer Zeit konstruktiv zu bewältigen?

Wie stehen individuelle Wandlung und gesellschaftliche Wandlung miteinander in Beziehung?

Was bedeutet in diesem Zusammenhang Resonanz?

WANDERER IM TRAUM DER WELT erzählt die Geschichten von vier Menschen und ihren Reisen in unbekannte Räume. Dabei haben sie – willentlich oder dazu gestossen – ihren gewohnten Platz verlassen, um ihrer Vision zu folgen. Heute teilen sie das, was sie auf ihren «Wanderungen» gefunden haben, mit anderen und laden dazu ein, dem inneren Ruf zu folgen.

«Ich kam zur Überzeugung, dass die «Reise des Helden» nichts anderes als ein Handbuch des Lebens ist. Ein vollständiger Ratgeber in der Kunst, was es heisst, ein Mensch zu sein.»
– Joseph Campbell, «Die Macht der Mythen»